Schröpfen (Hacamat, Hijama) 

Schröpfen

Das Schroepfen (Hacamat, Hijama) zählt zu den ältesten Therapieverfahren und wurde schon ca. 3000 v. Chr. auf einem mesopotamischen Arztsiegel dargestellt. Im klassischen Griechenland gab es sogar einen Gott des Schröpfens – Telesphorus – und die Schröpfglocke war Emblem der Ärzte. Auch im ägyptischen Altertum, in China und im indischen Ayurveda war das Schröpfen bereits Teil therapeutischer Maßnahmen. Aus naturheilkundlicher Sicht zählt das Schröpfen heute zu den ausleitenden Verfahren, deren Ziel es ist, schädliche Stoffe oder krank machende Substanzen aus dem Körper zu entfernen. Unterschieden werden blutiges Schröpfen, trockenes Schröpfen und die Schröpfkopsmassage.

Das Schröpfen ist für die Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen – auch in Kombination mit anderen Therapien – aus naturheilkundlicher Sicht sehr gut geeignet. Trotzdem kommt Sie nicht für jeden Patienten gleichermaßen in Frage, so z. B. nicht für Patienten mit Gerinnungsstörungen. Durch den Unterdruck in den Schröpfgläsern entstehen häufig vorübergehend (therapeutisch beabsichtigte) Hämatome (Blutergüsse). Deshalb informieren wir Sie vor der Behandlung gerne ausführlich in einem persönlichen Gespräch.

Es gibt 3 verschiedenen Schröpfmethoden:

Blutiges Schröpfen Auf bestimmte Hautareale wird ein Unterdruck erzeugt. Danach wird die Haut vor dem ansetzen der Schröpfköpfe leicht angeritzt. Durch den späteren Unterdruck werden das gestaute Blut bzw. im übertragenen Sinne Giftstoffe aus dem Körper "gesaugt". Es dient u.a. der Reinigung der Körpersäfte.

Trockendes Schröpfen Aufsetzten der Schröpfkopfe auf die Körperstellen mit bestimmten Merkmalen der Haut- oder des Bindegewebes (z.B. Verhärtung, Erhebung). Es wird ein statischer Unterdruck auf ganz bestimmte Punkte gesetzt. Vorrangig wird Schröpfen in Rücken-Gliedmaßen- und Schulter-Bereichen angewandt.

Schröpfmassage Mit Hilfe von Ölen werden die sich an der Haut angesaugten Schröpfköpfe langsam über bestimmte Körperareale gezogen.

Dr. med. Andreas Michalsen, Professor für Klinische Naturheilkunde an der Berliner Charité, schreibt dazu in der Zeitschrift für Komplementärmedizin (Heft 5, 2009, 1. Jahrgang):

"Bereits Hippokrates beschrieb die Anwendung (des Schröpfens, S.S.) bei Kopfschmerzen, Schwindel sowie akuten und chronischen Gelenkentzündungen. Sowohl in der tibetanischen, chinesischen, indischen, arabischen und persischen Medizin ist das Schröpfen etabliert und weit verbreitet. In der westlichen naturwissenschaftlich orientierten Medizin wurde das Schröpfen in den letzten Jahrzehnten weitgehend aufgegeben. Die Schröpfkopfmassage konnte sich in Form der Vakuum-Saugmassage in der physikalischen Therapie erhalten.“

Prof. Michalsen konnte die klinische Wirksamkeit des Schröpfens in Studien nachweisen (2006, 2008 und 2009), speziell bei nächtlichem Schulterschmerz, Handgelenkarthrose und Karpaltunnelsyndrom (und dennoch bezahlen trotz der Wirksamkeitsnachweise die Kassen das Schröpfen nicht!) .